Hallo. Darf ich mich kurz vorstellen ...?
"Mein Therapeut hat gesagt, ich solle allen Menschen, die mir weh getan haben, einen Brief schreiben und sie dann verbrennen. Hab ich getan. Und was mach ich jetzt mit den Briefen?"
Hallo.
Es freut mich, dass du über meinen Blog gestolpert bist. Ein Blog, der für mich vermutlich eine größere Reise und Herausforderung wird, als für dich.
Mein Name ist Verena. Eigentlich. Doch lieber werde ich "Nuffl" genannt.
Ich bin Mutter dreier phantastischer Kinder, die alle vom gleichen Typen stammen (er liest mit, darum muss ich das jetzt sagen) und mit dem ich sogar immer noch verheiratet bin. Er übernimmt hier auch ein paar Admin-Aufgaben.
Ich habe Ende der 80er das Licht der Welt erblickt. Von da an ging es bergab. Zumindest glaube ich das oft.
Denn: ich bin psychisch so stabil wie ein Jenga-Turm bei einem Erdbeben der Stärke 9,7. Bin seit Jahren - streng genommen seit meiner Teenagerzeit - in Behandlung und war schon mehrmals stationär in entsprechenden Einrichtungen.
Ich leide unter starken Depressionen, leide am Borderline-Syndrom, höre Stimmen, habe Panikattacken und Angstzustände, hasse Menschenmengen, habe enorme Verlustängste und Komplexe und bin somit also der ideale Gast auf jeder fröhlichen Party. Yeah, Stimmung.
All diese Dinge (und ich kann euch versichern, das war noch nicht alles) haben zur Folge, dass ich oft einfach super ätzend bin. Ich werde unfair, wenn man mich verunsichert. Ich verletze Menschen, wenn ich denke, Gleiches könnte von ihnen kommen. Ich spreche Worte aus, würde man diese zu mir sagen, wäre ich unendlich verletzt. Ich bin wohl eine Weltmacht darin, mir geliebte Menschen selbst zu entreißen.
Das schlimmste an all dem: ich weiß das. Und ich kann nichts dagegen tun. Es ist wie eine Sicherung die durchgebrannt ist; wie eine gezündete Rakete. Hat man einmal bei zehn angefangen rückwärts zu zählen, ist die Explosion nicht mehr aufzuhalten. Egal ob sie gegen andere oder mich selbst geht.
Das macht es den Menschen nicht leicht mich zu mögen. Das macht es mir nicht leicht mich zu mögen. Ich wirke unsympathisch auf andere Leute. Oft eingebildet, weil ich nicht mit jedem rede. Weil ich meist böse kucke und weil ich noch öfter meinen Mund im Alleingang, ohne Absprache mit meinem Hirn, antworten lasse.
Ich kann nicht abstreiten, dass das nicht auch Seiten an mir sind, die ich mag. Nur manchmal hätte ich mich gerne etwas mehr unter Kontrolle.
Mir fällt das Schreiben leicht. Auf jeden Fall leichter, als das Reden über meine Krankheit, meine Schwächen, meine ungeliebten Eigenschaften und den Hass auf mich selber. Hier schreibe ich also all meine nicht ausgesprochenen Worte nieder.
Manchmal werde ich mich vor Freude überschlagen, manchmal vor Tränen kaum eine Taste erkennen. Aber auf jeden Fall immer ehrlich.
Und wenn nur ein Mensch das hier liest und sich denkt: "Ich bin nicht alleine", dann hab ich alles richtig gemacht.
Tschau for now.
Nuffl

Hallo Nuffl, schön zu sehen wie offen du mit deiner Erkrankung umgehst und natürlich dazu stehst. Bin bereits eurem Podcast verfallen und bin schon gespannt was hier noch so alles kommt. In diesem Sinne
AntwortenLöschenTschau for now
Hallo Nuffl,
AntwortenLöschenIch find das auch super mutig wie offen du mit so einem sensiblen Thema umgehst.
Du und Marco wart mir von Anfang an sympathisch. Hab durch euren Podcast von euch erfahren, der mir in meiner offenen Beziehung sehr geholfen hat. Freu mich schon auf alle weiteren Inhalte auf diesen Blog.
Alles Gute,
E. aus Wien